Veranstaltungen

In der Gesundheitsregion für Landkreis und Stadt Osnabrück finden jedes Jahr mehrere Veranstaltungen zu aktuellen Themen im Bereich Gesundheit statt. Diese sollen der Informationsweitergabe an Fachkräfte und Multiplikator*innen dienen, sowie einen Austausch der verschiedenen Akteure des Gesundheitswesens gewährleisten.

Fachveranstaltung "Meine Suppe ess' ich nicht" - 06.04.2017

Frisch zubereitet sollte die Verpflegung in Kindertageseinrichtungen sein. Dies demonstrierten jetzt Landrat Michael Lübbersmann (Mitte) mit den Referentinnen und dem Organisationsteam des Fachtags „Meine Suppe ess‘ ich nicht“ im Kreishaus Osnabrück.


Fachtag "Meine Suppe ess' ich nicht" - leckeres und gesundes Essen in der Kita

Immer mehr Kinder werden ganztags in Krippe und Kita betreut. Eine der Folgen: Die Mädchen und Jungen essen häufiger in den Einrichtungen. Deshalb benötigen pädagogische Fachkräfte ein umfassendes Wissen über kindgerechte Ernährung und die Entwicklung von Geschmackspräferenzen von Kindern. Mit diesen Aspekten beschäftigte sich jetzt der Fachtag „Meine Suppe ess‘ ich nicht“ im Kreishaus Osnabrück.

Die Verantwortung der Einrichtungen für ein gesundes Aufwachsen der Mädchen und Jungen hob Landrat Michal Lübbersmann in seiner Begrüßung hervor: „Qualitativ gutes Essen ist für die geistige Entwicklung der Kinder wichtig und trägt zum Erhalt von Konzentration und Leistungsfähigkeit bei. Die Kindertageseinrichtungen legen damit die zentralen Grundlagen für ein langfristig gesundes Ernährungsverhalten der Kinder“. Regionale und saisonale Lebensmittel würden zunehmend in den Speiseplan aufgenommen, freute sich Lübbersmann.

Der Fachtag zeigte auf, dass mit der Ernährung noch zahlreiche weitere Fragen verbunden sind. So prägt die Verpflegung das Essverhalten der Kinder, etwa indem sie unterschiedliche Lebensmittel und Zubereitungsarten kennenlernen oder ein Gespür dafür bekommen, wann sie satt sind. Auch die Esskultur wird durch die Erfahrungen in den Kindertageseinrichtungen geprägt. Hier lernen die Mädchen und Jungen, dass beim Essen alle zusammen an einem Tisch sitzen und sich unterhalten. Darüber hinaus sind Krippe und Kita dafür verantwortlich, gesunde Lebensmittel zu verwenden.

Die Organisatorinnen hatten mehrere Expertinnen für Vorträge und Workshops eingeladen. Den Auftakt machte Mathilde Kersting (Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum, Forschungsinstitut für Kinderernährung) mit dem Thema „Leckeres und gesundes Essen in Krippe/Kita – (k)ein Widerspruch?“. Die Referentin stellte das Konzept der Optimierten Mischkosten vor, das zeigt, wie wissenschaftliche Kenntnisse über eine gesunde Ernährung in der Praxis anwendbar werden. Aus der Säuglingsforschung liegen Grundkenntnisse über die Entwicklung von Geschmackspräferenzen bei Kindern vor. Krippe und Kita bieten viele Möglichkeiten, gesund und lecker miteinander zu verbinden – zum Vorteil für eine gesunde, stressfreie Ernährung von Kindern. Die anschließenden Workshops boten praktische Übungen, wie die kindgerechte Ernährung in den Einrichtungen optimiert werden kann. Zwei Kindertageseinrichtungen aus dem Landkreis stellten dazu ihre guten Erfahrungen vor.

Fachtagung "Flucht - Sucht - Trauma" - 29.03.2017

Flucht ist eine stark psychisch belastende Extremsituation. Oftmals sind die Entscheidung zur Flucht sowie die Flucht selbst mit traumatischen Erlebnissen verbunden.

Belastungssituationen im Fluchtgeschehen und beim Aufenthalt in Deutschland, wie ungewisse Bleibeperspektiven, langes Warten auf die Asylentscheidung und eine unzureichende Tagesstruktur, steigern zudem das Risiko, eine psychische Erkrankung zu entwickeln. Zudem kommen viele Flüchtlinge aus einem kulturellen Umfeld, in dem der Umgang mit Alkohol nicht bekannt ist.

In der gesundheitlichen Versorgung von Geflüchteten sind die Themen Sucht und Trauma aus diesen Gründen zu berücksichtigen. Mit der Veranstaltung „Flucht – Sucht – Trauma“ wurde am 29.03.2017 die Situation von Geflüchteten dargestellt, Basiswissen zu den Themen Sucht und Trauma den haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen aus den Bereichen der Flüchtlingshilfe, Suchtkrankenhilfe, Psychiatrie, Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie Jugendhilfe vermittelt und die Netzwerkarbeit der Engagierten unterstützt.

Fachtagung "Darf mein Kind in die Krippe oder in den Kindergarten?" - 20.03.2017

Krank oder Gesund? Johann, Fritz und Lene (vorne von links) schauspielerten, worum es beim Fachtag "Darf mein Kind in die Krippe oder in den Kindergarten?" ging. Teilnehmer*innen waren auch (hinten von links) Kinderarzt Michael Ollefs, Kinderkrankenschwester Bärbel Bockstiegel, Gerhard Bojara, Peter Tenhaken und Hedwig Tasche vom Gesundheitsdienst für Landkreis und Stadt Osnabrück sowie der Erste Kreisrat Stefan Muhle.


Fachtagung "Darf mein Kind in die Krippe oder in den Kindergarten?"

Erkältungen, Durchfall oder Erbrechen: Zahlreiche virale und bakterielle Infektionen kommen bei Kindern im Krippen- und Kindertagesstättenalter vor. Doch warum sind Kinder so häufig krank? Und worauf müssen Erzieherinnen und Erzieher sowie Eltern achten, damit Kinder nicht krank in den Kindergarten oder gesund von dort nach Hause geschickt werden? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der Fachveranstaltung „Darf mein Kind in die Krippe oder in den Kindergarten?“, die jetzt im Kreishaus Osnabrück stattgefunden hat.

„In meiner Praxis erlebe ich es immer wieder, dass Eltern Kinder vorstellen, die mit einer Rötung der Augen aus der Kita nach Hause geschickt wurden. Dabei handelt es sich in vielen Fällen lediglich um eine Erkältungssymptomatik und nicht um eine ansteckende Entzündung der Augen“, berichtet Kinderarzt Michael Ollefs.

Gerade im Rahmen von Inklusion und Integration sei es wichtig, dass auch im Kindergarten oder in der Krippe ärztlich verordnete Medikamente verabreicht werden könnten, insbesondere weil die Ganztagsbetreuung immer mehr zunehme, sagte Gerhard Bojara, Leiter des Gesundheitsdienstes für Landkreis und Stadt Osnabrück: „Als Hilfestellung haben wir bereits vor einigen Jahren ein Formular zur Gabe von ärztlich verordneten Medikamenten entwickelt, welches mittlerweile auch von vielen Kitas eingesetzt wird.“

Durch ein einheitliches Formular wird die Zusammenarbeit zwischen Kinderärzten und Kitas deutlich erleichtert. Ein weiteres Thema war ein adäquater Sonnenschutz, mit dem sich die Kinderkrankenschwester Bärbel Bockstiegel befasste. Dieser sei insbesondere durch die mittlerweile längeren Verweilzeiten der Kinder in den Einrichtungen notwendig. Hier müssten Erzieherinnen und Erzieher sowie Eltern gemeinsam Lösungen finden: „Für den Umgang mit der Zunahme von Allergien und schlimmstenfalls anaphylaktischen Reaktionen werden entsprechende Fortbildungen zur Erkrankung, zum Notfallmanagement und den rechtlichen Voraussetzungen angeboten“, sagte Bockstiegel.